Dienstag, 11. April 2017

Wie Indie-Rock und Sternschnuppen

Sollte dir der Name Leoniden bekannt vorkommen, besteht entweder die Möglichkeit, dass du über ein unschätzbar großes Wissen über astronomische Begriffe verfügst, oder du kennst die aus Kiel stammende 5-Köpfige Indie-Rock Band. Möglicherweise hast du sie im Radio gehört, möglicherweise hast du sie als Schrankband bei Circus Halligalli gesehen. Oder du hast sie, wie ich, auf einem kleinen Festival gesehen, warst begeistert, und fingst direkt damit an zu kalkulieren, wie viel Aufwand und Zeit man in einen Fanclub steckt und ob das in deinen Terminkalender passt.
Nachdem Anfang dieses Jahres ihr erstes Album „Two Peace Signs“ auf Platte und CD herauskam, diverse Musikvideos für ihre Singles wie „The Tired“ oder „Nevermind“, und sie eine kleine Promoting-Tour durch Deutschland starteten, tourte Leoniden in ihrer ersten Headliner Tour durch Deutschland. 
Ich sah sie am 04.04.2017 im Blue Shell in der Kölner Südstadt. Als Support-Band hatten sie „I Salute“ dabei, ein aus Berlin stammendes Duo, welches man nicht so leicht in eine Genre stecken kann. Obwohl sie hauptsächlich deutsch rappen, haben sie mit Deutschrap nicht wirklich viel gemeinsam. Ihr Musik überraschte einen, denn man wusste auch nicht genau, was man erwarten sollte, als die zwei Musiker auf der kleinen Bühne im Blue Shell startbereit an ihren Instrumenten und Mikrophonen standen. Und obwohl sich jedes Lied vom Vorherigen unterschied, hatten sie doch einen gemeinsamen Kern. Es war hart, denn entweder versuchte man sich vollkommen auf den schnell gerappten Text zu konzentrieren oder auf die Melodie, die Beats, die rechts und links aus den Lautsprechern zu springen drohten. Die ersten Reihen fingen schon nach dem ersten Lied an zu tanzen und mit zu wippen, während die hinteren Reihen erst einmal still stand wagten, aber auch nicht sehr lange. Denn spätestens als der Sänger samt Mikro ins Publikum stürmte, bewegte sich die Menge fast einheitlich. Denn wenn man zu dem älteren Teil des gemischten Publikum gehörte und sich gerade nicht mit den Texten von I Salute identifizieren konnte, blieb einem noch die Möglichkeit, mit Hilfe der grandiosen Lichteffekte, der Begeisterung der Menschen um einen herum und der Mischung aus Neo-Pop, Elektro und Indie einfach los zu tanzen.
Nachdem die Vorband ihren Zweck erfüllt hatte, und wir schon erste Schweißperlen im Nacken spürten, quetschte sich gefühlt das halbe Publikum nach vorne zu uns. Ich liebe Konzerte, aber ich merke immer wieder, dass Konzerte nichts für kleinere Menschen wie mich sind, die gerne die Bühne sehen wollen, denn es existieren immer 2 Meter große Menschen, die sich in die kleine Luftblase vor einen stellen. Dabei wollte ich doch so gerne atmen. Aber das wichtigste bei einem Konzert ist ja, die Musik zu hören, und das konnten wir trotz menschlichem Schrank vor uns. ( Rechts leider nicht mehr so gut wie links, aber diesen Preis  der nicht funktionierenden Ohren zahlen wir den Konzertgöttern doch gerne). Nachdem der Aufbau beendet wurde, startete Leoniden mit dem 17. Konzert dieser Tour mit dem Lied "Storm". Das letzte Mal, als ich Leoniden live sah, kannte die Mehrheit des Publikums die Band und ihre Lieder nicht. Es wurde zwar getanzt, oder begeistert zugehört, aber wirklich mitsingen konnte keiner. Umso überraschender war es für mich, als fast das komplette Publikum im ausverkauften Blue Shell bei so vielen Liedern mit sang. Und wenn nicht mitgesungen wurde, dann wurden die Worte lautlos mitgesprochen. Es wurde zwischenzeitlich gemosht, der Sänger rannte mehr als ein mal ins Publikum und all das brachte zusätzlich zur außergewöhnlichen Perfomance der Band die Stimmung zum überkochen.


Und neben den unglaublich tollen Ansagen zwischen den Liedern wurde auf die Spendenbox hingewiesen, welche am Merch-Tisch stand. Diese Einnahmen gehen direkt an die Flüchtlingshilfe. Mein persönliches Highlight wird schwer herauszusuchen, denn ich kann mich auch ganz schwer entscheiden, welches der Lieder denn mein Lieblingslied ist. Ich könnte es schaffen, meine Top 4 Lieder aus dem Album „Two Piece Signs“ zu nennen, doch allein das ist schon fast unmöglich. Trotzdem würde ich sagen, dass der Liveauftritt von „Nevermind“ definitiv weit oben bei meinen potentiellen Highlights des Konzerts ist. Das Video zur Single erschien Anfang des Jahres und es war das zweite Lied, welches ich mir anhörte, nachdem ich Leoniden bei den Cardinal Sessions gesehen hatte.
Diese Tour ist nun leider schon beendet, denn ihr letztes Konzert spielten Leoniden mit I Salute zusammen am 09.04.17 in Ludwigshafen.

Und wenn dir bei dem Begriff Leoniden immer noch Meteoritenschauer in den Sinn kommen, dann ist das erst ein mal ganz schön, weil Sternschnuppen sind schon nicht schlecht. Aber du solltest trotzdem ganz schnell in diese Band rein hören, bevor es zu spät ist, und sie zu bekannt sind um mit dir auf ihrem Bandhandy zu kommunizieren.  



Greets from,
Melli x 

PS: Die Bilder wurden von mir uns meinem Samsung Galaxy S7 nicht edge geschossen. Dieses Talent. 
PPS: Wenn ihr einen Plattenspieler besitzt, holt euch deren Platte. Ästhetisch sehr angenehm.

Montag, 27. März 2017

Ein Cafékonzert in einem Café und freudsche Versprecher

Konzerte in Konzerthallen sind toll. Konzerte in zweckfremden Locations sind noch viel besser. In leergeräumten Lagerhallen, ehemaligen Betriebsgebäuden, auf dem Gehweg oder in einem Cafe. In Ehrenfeld fand so ein „location-fremdes“-Konzert am Freitagabend in einem Café statt, und zwar in dem „Café Schwesterherz“.

Das Café, welches normalerweise mit rustikalen Holztischen, und kuscheligen Sitzmöglichkeiten gefüllt ist, begrüßte einen mit einem leer geräumten Gastraum um Punkt 19.00 Uhr. Lichter erstrahlten verschiedene Teile des Gastraums in warmen Farben und kreierten eine gemütliche Atmosphäre. Die Kuchentheke wurde praktisch umfunktioniert, um hauptsächlich Getränke zu servieren, und in der abgedunkelten Atmosphäre mit den Mitarbeitern, Inhaberinnen, Stammgästen und fremden Musikliebhabern gesellte man sich in den Gastraum, schlürfte an seinem Getränk und wartete auf den ersten Act. Dieser bestand aus Michael Wiens; Psychologie-Student bei Tag, und Komponist bei Nacht. Mit einem Schnaps intus stellte er seinen nun folgenden Auftritt als einen bunten Mix vor. Sein erstes Lied leitete Michael mit einer kleinen Geschichte seiner ersten Momente in Köln ein, und von einer glücklichen Liebe. Dem Coversong folgte ein weiteres Lied, welches jedoch weniger glückliche Gefühle beschrieb. Diesen leitete er mit den Worten „selten glückliche Texte, aber wir können ja so tun“ ein. Den versprochenen bunten Mix lieferte Michael Wiens dem Publikum, indem er immer wieder zwischen den Songs Texte vortrug, welche meiner persönlichen Meinung nach mein absoluter Höhepunkt seines Auftritts waren. Normalerweise arbeitet Michael mit einer „Loopstation“ und komponiert so seine eigenen Songs. Doch nach Überredung von Lucie am Vortag, dass er auch eigene Songs und nicht nur Cover spielen solle, setzte sich der Musiker spätabends noch an sein Keyboard und komponierte so die Begleitmusik für seinen Song „chaseXreplace“.
Nach Michaels Auftritt und vermehrten „Zugabe“-Rufen aus dem Publikum gesellte sich „Lucie Licht“, der zweite Act an diesem Abend, neben ihn zu den Keys und gemeinsam sangen sie super spontan zum Abschluss von Michael Wiens‘ Konzert und zum Einstieg und „Lucie Licht“s Konzert „You got the Love“.


Nach einer 20-minütigen Umbau-Pause, welche mit Raucherpausen, oder dem Anstehen an der Toilette gefüllt waren, ging es dann mit „Lucie Licht“ weiter. Eine Woche vorher hatte ich „Lucie Licht“ schon als Vorband bei einem Konzert der Kölner Band „Juri“ sehen können, und mit kompletter Band von 6 Menschen in einer großen Konzerthalle, brachte ihre laute Musik alle zum tanzen und mitsingen. Somit freute ich mich umso mehr sie in akustischer Band-Zusammenstellung zu sehen. Mit Cajon anstatt Schlagzeug, Akustikgitarre anstatt Konzertgitarre und Teppich anstatt großer Bühne begann „Lucie Licht“ ihren Auftritt an diesem Abend mit ihrer zweiten Single „Karussel“. Während beim Auftritt von „Michael Wiens“ die ersten Reihen gemütlich im Schneidersitz auf dem Boden saßen, die Augen schlossen und leicht hin und her schaukelten, stand bei „Lucie Licht“s Auftritt das Publikum und wippte oder tippte mit dem Fuß leicht im Takt. „Lucie Licht“s Konzerte bestehen immer aus gute-Laune Tanzlieder, welche einen auch in akustischer Form zum tanzen bringen. Zum anderen bestehen sie aus emotionalen Balladen, welche einen Gefühle in der Magengegend spüren lassen, obwohl man noch nie Liebeskummer hatte. Ein Lied, welches ich definitiv öfters hören möchte ist zufälligerweise das Lied ohne Namen. Denn Lucie erzählte dem Publikum, dass sie sich noch nicht sicher wäre, ob die das Lied „Vorhang auf“ oder „Vorhang zu“ nennen solle. Mit ihrem Lied "Unter Strom" brachte sie die Mehrheit des Publikums dazu mitzusingen, und gemeinsam erfüllten unsere Stimmen das kleine Café. 


 Nachdem Lucie ihren Auftritt mit ihrem letzten Lied beendete, und der Applaus nach einer gefühlten Ewigkeit endete, teilte sich die Menschengruppe im inneren des Cafés in 3 Gruppen. Die hinaus Flüchtenden, die zur Toilette stürmten und und jene, welche genau dort stehen blieben, wo sie vorher standen und noch in den Nachklängen der beiden Auftritte schwebten. Und dann konnte man, wie ich, abhauen, weil man am nächsten Morgen früh arbeiten musste, oder noch Stundenlang im Cafe bleiben, sich mit den Künstlern unterhalten oder einfach seine Gedanken über diesen Abend ausdrücken, So wie ich es gerade mache.



Greets from,

Melli. x


PS: Die Bilder sind wie immer von mir und meiner famosen Handykamera.
PPS: Wen der Titel verwirren sollte, während ich den Bericht schrieb, redete ich mit einem Freund über freudsche Versprecher und das blieb hängen und so vertippte ich mich 100 mal. Zählt das auch als freudscher Versprecher? 

Sonntag, 29. Januar 2017

Über absichtlich klein gehaltene Träume

Man sagt, mit manchen Liedern verbindet man bestimmte Momente in seinem Leben, bestimmte Erinnerungen oder Menschen. 
Dass gerade ich, in Köln lebende Musikliebhaberin, die Musik der Kölner Band "Annenmaykantereit" mit einer Freundin in Verbindung brachte, welche drei Stunden mit dem Zug nach Köln reiste war möglicherweise verwunderlich. Doch keinesfalls schlimm. Ich hörte erst die Worte und die Melodie, bevor ich wusste, wer diese erschuf. Als ich dann die Möglichkeit bekam, mit dieser Freundin das ausverkaufte Konzert am 28.01.2017 im Palladium in Köln zu besuchen war ich aufgeregt. Denn, obwohl wir Tickets für Münster hatten, stellte ich mir vor, dass ein Konzert als Band in der Heimatstadt doch besonders war. Lieder, welche ich hauptsächlich in Akustik von Hannahs Spotify kannte, live zu hören, zwischen Menschen zu stehen, welche die Band schon seit Jahren unterstützten, verstärkte die Aufregung etwas. 

Zwischen jüngeren, älteren, zu betrunkenen Menschen um gerade zu stehen, hinter einer Säule, die mir die Hälfte der Bühne verdeckte, standen wir da, in Aufregung und perfekt angeschwipst von dem Wein, den wir vorher in Kombination mit Chips Cookies zu uns genommen hatten. 
Die Vorband war perfekt, denn sie erhöhte die Stimmung, ließ uns tanzen, die Handys wegstecken. "Her" heißt die französische Band, welche in Richtung Art Pop/ Indie Pop ging. Mit einem Cover endete ihr Auftritt und ein paar vereinzelte Stimmen aus dem Publikum beteiligten sich an dem Abschlusslied. Und nach der halbstündigen Pause, und nach vielen vom Publikum inszenierten Countdowns, schalteten sich die Lichter aus als Zeichen, dass es los ging. 

Und nicht nur stellen sich die Musiker auf der Bühne vor, als würden wir nicht wissen, um wen es sich handelt, sondern gingen sie generell auch sehr zwanglos mit dem Publikum um – als wäre es egal ob sie vor 10 oder 1000 Menschen spielen. Denn bodenständig war nicht nur die Band, sondern auch ihre Musik könnte man so beschreiben. Auch wenn ein Lied über ein neues Zimmer so episch klingt wie ein Soundtrack zu einem Aufmarsch zur Schlacht. Unter anderem wurden kleine „Sing-Battles“ mit dem Publikum gestartet mit den Worten "Ok, ihr gegen mich“. Zwischenzeitlich half Ferdinand Schwarz mit seiner Trompete der Band aus und brachte alles in die Richtung des Folks/Jazz. Das Dankeschön, welches nach jedem Lied kam, schien nicht fürs klatschen, fürs kommen, fürs unterstützen der Band zu gelten, sondern fürs mitsingen, singen lassen und tanzen. Und – denke ich – auch dafür die Feuerzeuge bei den langsameren Songs rauszuholen, anstatt den Smartphone-Lichtern. #RaucherseiDank 

Um uns herum erglühten Flammen der Feuerzeuge, als verschiedene Menschen sich Zigaretten anzündeten als „das Krokodil“ passend die Konzerthalle erfüllte – schien ein ungeschriebenes Gesetz zu sein. 
Und wenn man wie ich eigentlich ein Zwerg ist und auch wegen
der Platzangst nicht wirklich gemacht ist für Konzerte – trotzdem immer geht - und wegen großen Menschen und Säulen in deinem Blickfeld nichts sehen kannst, dann schau einfach nach oben zu den immer wechselnden Lichterketten, die wie Sterne die dunkle Decke der Halle erhellen. Oder du schließt die Augen, und hast deine eigene sternlose Nacht vor dir, denn manchmal reicht es vollkommen aus zuzuhören. 

Ich bin kein Musiker, aber die wohl schönsten, passendsten Backgroundsänger die man sich wünschen kann, sind das Publikum. Und das Publikum im Palladium enttäuschte nicht und setzte - wie geprobt - in genau den perfekten Momenten ein, und so sang die ganze Halle mit. Genau wie bei "Pocahontas".
Die mitsingenden Menschen um mich herum, die leicht Tanzenden auf den Tönen der dominierenden Akustikgitarre, mit geschlossenen Augen oder starr auf die Bühne schauenden haben diese Erfahrung noch mal atemberaubender gestaltet.


Und weil es sich bei Annenmaykantereit um Kölner handelt, wie ab und wann nebenbei erwähnt worden ist, coverten sie noch ein Lied, welches viele Kölner kannten müssten. Dabei muss es sich natürlich um "Nur nicht aus Liebe weinen" von "Brings" handeln. Und nachdem der Applaus nicht aufhörte, Zugabe-rufe dominierten und die ersten sich durch die Menschen gen Ausgang gequetscht haben, kam *Henning* zurück, setzte sich an das Keyboard und eröffnete etwas ruhiger mit "Barfuß am Klavier" das zweite, kurze Set. 
Und obwohl das Publikum vorher während des Konzerts noch jubelnd der Band zugestimmt hat, dass Smartphones auf Konzerten - genau wie im Kino - in die Tasche gehören, erschienen in meinem Blickfeld mehr Smartphones als vorher Zigaretten. Was mich persönlich nicht störte, ich hatte meine Augen sowieso hauptsächlich geschlossen, jedoch andere hinter und vor mir schienen nicht begeistert. Weiter ging es mit dem "wohl besten Lied", welches ein Cover von "Come together" war. 
Das Konzert endete mich dem Lied "21, 22, 23", wo wir alle mittanzten und mitsangen - auch ich noch 20-Jährige. 

Und ich bin verliebt in deren Musik. Und wie manche Lieder perfekt in den melancholischen Soundtrack von Nicholas Sparks Filme passt und andere sind perfekt um mit Mitte zwanzig durch Köln zu tanzen. 

Wir sehen uns dann im April in Münster. 

Greets from Melli. x

PS: Der Erlös meines coolen neuen Turnbeutels wurde gespendet. #yas 
PPS: Bitte meine Bilder nicht verurteilen. Ich war da um zuzuhören, keine HDBilder zu schießen.
PPPS: Der Titel ist entnommen aus dem Lied "21,22,23"

Montag, 16. Januar 2017

Lichterketten an der neonschwarzen Wand: Cardinal Sessions Festival IV

Ein bisschen wie zurück zur coolen Tante zu kommen, fühle es sich an, als ich am Samstagad zum dritten Mal das "Cardinal Sessions Festival" im "Gebäude 9" besuchte. Das bekannt-gemischte Publikum, die vielen Sticker an den Wänden, die immer ästhetisch zueinander passen schienen, der "Bunte-Burger"-Foodtruck, "Taiberg" als Begrüßungsdrink, "Die 2 mit dem Waffelschein", und den vielen bunten Lichterketten an brüchigen Wänden begrüßten einen. 


Es fing an mit "Kagoule" im Vorraum, in der Akustik-Formation. Sympatischer konnte man sich zwischen den Songs mit kleinen Geschichten und Wortaustausch gar nicht geben. Hätten Lieder Jahreszeiten wären die Lieder von Kagoule der Frühling; Sonnenschein auf kaltem Boden, vergleichbar mit den einzigartigen Stimmen der beiden Sänger, welche auf überraschende Weise perfekt miteinander harmonierten. Der Track, der definitiv im Kopf blieb, war "Not my day". Leider ist das Problem bei den Konzerten im Bar-Vorraum, dass Leute die weiter hinten stehen und die Bühne möglicherweise nicht sehen, anscheinend vergessen, dass sie gerade ein Konzert besuchen und sich dann viel lieber lauthals unterhalten. Weiter ging es mit "Sparkling" auf der größeren Bühne. "Sparkling" nicht weil die Bandmitglieder in ihren schwarzen Outfits so sehr glitzerten, sondern eher wegen "Sparkling water", also Sprudelwasser, oder wenn man ganz philosophisch sein möchte, einen natürlichen Aggregatzustand eines Objektes etwas hinzufügen, um die Intensivität und Dichte zu verändern. Wie man dies auf die Band, oder deren Musik beziehen könnte überlass ich euch ... Jedenfalls, bin ich der Meinung, dass eine Band um einiges beeindruckender ist, wenn sie eine gewisse Haltung auf der Bühne haben, nicht unbedingt Selbstbewusst, aber auf jeden Fall imposant. Diese hatten "Sparkling". Und während das Publikum schon nach den ersten Tönen im Takt mitwippte, versuchte man sich gleichzeitig auf den hauptsächlich gerappten Text zu fokussieren. Definitiv einer meiner Highlights an diesem Abend. 
Und während wir versuchten uns aus dem großen Raum in den kleinen zu quetschten, wurden wir schon von der einzigartigen Stimmte von "Dan Howls" begrüßt, welche gemacht schien für seinen alternativen Blues Sound , die den kleinen Raum ausfüllte. Und inmitten von Lichterketten, Turnbeuteln und Neonschwarz-Stickern hörten wir dem Musiker mit dem Hut zu. 
"Shame" wurde uns schon während dem Auftritt von "Sparkling" vorgestellt; die Bands kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit in London. Und somit warteten wir wieder an der großen Bühne voller Neugier auf "Shame". Ein bisschen zu wild, ein bisschen zu viel Bierdusche meines Geschmacks nach - zur Info, die perfekte Menge an Bierdusche ist gar keine - ein bisschen zu weit weg von Nirvana, aber keineswegs schlecht. Das Besondere an den Cardinal Sessions Festivals ist, dass man so die Möglichkeit bekommt unterschiedlichsten Bands zuzuhören, da das Line-Up immer aus Bands oder Musikern aus vielen verschiedenen Genren besteht. So war "Shame" nicht mein Highlight, dafür aber definitiv jemand anderes. 
Weiter ging es mit "Matt Maltese" im Vorraum, und diesmal standen wir sogar so weit vorne, dass wir atmen konnten. #Itsthelittlethings 
Es schien mir, als würden die Musiker auf der kleinen Bühne sich dem Publikum bewusster sein, denn auch so redete "Matt Maltese" immer wieder zum Publikum, genau wie vorher "Kagoule" und "Dan Howls". Mit seiner einerseits verspielten, andererseits ernsten Art am E-Piano/Keyboard zu spielen, einer aussagekräftigen Stimme und einer sympatischen Art - nicht jeder Musiker vergisst den Namen vom eigenen Song -  brachte er die Mehrheit im überfüllten Barraum zum Schweigen und Zuhören. Wären seine Lieder eine Jahreszeit wären sie der Herbst, weil der Herbst ist die "emo-hafteste" Jahreszeit und "Matt Maltese" beschreibt seine Musik sehr gern selbst als "Post Emo". Mit seinem letzten Lied ließ der das Publikum zurück mit einem Gefühl aus Melancholie und Sehnsucht nach etwas Unbekanntem, und verschwand ganz schnell von der Bühne.
"Giant Rooks" übernahmen die große Bühne als nächstes mit dem wohl dramatischsten Auftreten am Abend. Müsste ich die Musik oder die Band mit nur einem Wort zusammenfassen wäre es Lebenslust. Es klang ein bisschen zu modern und ein bisschen zu individuell und ein bisschen zu neu um es mit anderen Bands vergleichen zu können, aber es hatte genau den perfekten Klang und genau die perfekte Melodie um das komplette Publikum begeistert tanzen zu lassen. Ein Highlight war möglicherweise das Bob Dylan gewidmete Lied, aber man könnte auch alle anderen Lieder als Highlight bezeichnen, denn sie hatten alle eine individuelle Ader und eine Steigerung in sich. Perfekte Eigenschaften für einen Ohrwurm.
Weiter ging es mit "Moglii" und "Novaa", welche kurzfristig eingesprungen sind. "Moglii" mit den wohl coolsten Socken und "Novaa" mit den wohl coolsten Haaren brachte das blaue Duo ein bisschen was modernes, ein bisschen Future Pop und Elektro in den Abend. Erst alleine, dann mit "Noova" an "Moglii"'s Seite verwandelten die beiden das Publikum in eine anonyme ferngesteuert-aussehende tanzenze Masse.
Der perfekte Ausgleich und schöner Kontrast zur Musik davor gab wohl "Sløtface". Pop-Punk ist immer eine gute Idee. Und "Sløtface" brachte das möglicherweise müde Publikum sofort wieder in den wachen, tanzenden Zusand - besser hätte es Redbull nicht hinbekommen. Möglicherweise lag es daran, dass es sehr spät war oder dass mir die Musik so gut gefiel, jedoch vergaß ich vollkommen mir Notizen zu machen. Aber einen besseren Abschluss für das Cardinal Session Festival IV gab es nicht.


Ein bisschen zu müde, ein bisschen zu aufgeregt,  mit vielen neuen CDs verließ ich das Geäude 9 an dem Abend, und hoffe euch - und auch die Fotobox - im Mai wieder zu sehen.

Greets from Melli. x












PS: Ich bin grundsätzlich kein Fan von einem Artikel der mehr Bilder als aussagekräftige Worte hat, zudem hab ich kein Talent im Fotografieren, also habt ihr hier ein paar ästhetische Bilder von meiner unglaublichen Handykamera. 
PPS: Link zum Cardinal Sessions Festival II // Link zum Cardinal Session Festival III

Dienstag, 13. Dezember 2016

Vorweihnachtliche Weihnachtsstimmung mit kitschigen Weihnachtspullis und Weihnachtskeksen

Das alljährliche Weihnachtskonzert von Juri im Theater der Wohngemeinschaft am 11.12.2016 um 17.00 startete, als die drei Mitglieder von "JURI" Juri Rother, Pierre Pihl und Mathis Rasmußen in den wohl kitschigsten Weihnachtspullis, den Weihnachtsmann im Schlepptau, das kleine Theater betraten. Während wir schon längst im Theather auf unseren Stühlen saßen, auf denen wir Abzüge von zwei außergewöhnlich asthetischen Fotos mit "JURI" als Begrüßungsgeschenk vorfanden, lief hinter der Bühne eine Diashow mit Bildern ab. Ich vermute, um die Vorfreude zu steigern? Leider warf keiner mit Unterwäsche, als die Musiker dann endlich den Raum betraten, doch ich hoffe der Applaus war auch genug. Mit Tee, Kakao oder auch Bier in den Händen, ein paar in ebenso kitschige Weihnachtspullover gekleidet, ein paar mit Lichterketten in den Haaren, oder mit coolen Socken saßen wir nun im Publikum.
Juris Lieder sind größtenteils dazu dazu, mitzutanzen, mitzuwippen oder wenigstens im Takt mitzunicken. Dies blieb uns auch übrig, als wir auf unseren Stühlen saßen, die Füße im Takt wippen ließen und den 3 Musikern auf der Bühne zuschauten, wie sie alles gaben.

Nicht nur eigene Lieder, und nicht nur "overplayed"te Weihnachtslieder wurden von Juri während diesem speziellen Konzert gespielt. "You got the love" spielte die dreiköpfige Band. Zudem wurde uns die Geschichte erzählt, wie die Band vor einem Auftritt mal gefragt wurde, ob sie nicht ein Lied ihrer Vorbilder spielen könnten. Und dieses Lied spielten sie auch an diesem Nachmittag im Theater der Wohngemeinschaft. Die wohl einzige Covervorstellung von Modern Talking, während der ich nicht konstant den Würgreflex unterdrücken musste. Talent ist, wenn Musiker es schaffen, Lieder die einem nicht gefallen wie Poesie klingen zu lassen. Und das hatte JURI alle mal. 
Sehr individuelle Geschichten wurden vor jedem Lied erzählt, sehr kreativ wurden wir in jede Geschichte, welche man zu einem Song erzählte, eingeführt.
Plötzlich erhob sich der Weihnachtsmann, und bewaffnet mit einer Kiste voller selbstgemachter, hochwertig qualitativen Liedtextbüchern. Schade war zu sehen, dass auf ein paar Stühlen die Bilder und auch die Liedtextbücher mit den persönlichen Widmungen zurückgelassen wurden. In diesen Liedtextbüchern fanden wir die Songtexte zu 3 Weihnachtsklassikern vor, welche wir zusammen im Laufe des Nachmittags mit den Musikern sangen. Leider. 
Mit einem atemraubenden, einstudierten Dreiklang eröffneten die drei Musiker auf der Bühne das gemeinsame Singen, und auch wenn man nicht wollte, man musste mitsingen. Denn zwischenzeitlich - wegen der Textsicherheit des Sängers - waren unsere Stimmen die einzigen, die den Raum ausfüllten. Und so rissen wir uns zusammen, und sagen aus voller Leib und Seele, als würden es um Leben und Tod gehen "in der Weihnachtsbäckerei." Das Publikum wurde als perfekt eingesungene Hintergrundstimmen genommen, leider sangen wir uns nicht so schön ein wie Juri.  Und durch die grottigen, kitschigen, möglicherweise kratzigen Weihnachtspullis der Band, die zu liebevoll gebackenen Weihnachtskekse, die uns aufgedrängt wurden und die typisch Weihnachtslieder wie "Last Christmas" wurde trotz großer Bemühungen meinerseits  Weihnachtsstimmung breit und auf einmal waren alle glücklich, klatschten und tanzten. Okay, es wurde nicht getanzt, was jedoch hauptsächlich daran lag, dass wir alle saßen. Wären wir am Stehen gewesen, wäre ich mir sicher, dass mindestens 1/3 getanzt hätte.
Und weil nicht jeder Beyonce sein kann, und weil nicht jeder das Geld, die Kapazität und den Kleidungsstil dafür hat, sich während einer Show 5x umzuziehen, haben die 3 Musiker sich etwas anderes überlegt und kamen nach der Pause komplett rasiert wieder. Etwas verwirrt saßen wir einen Moment im Publikum, unsicher, ob wir uns nicht Dinge einbildeten. Doch die Intention dahinter war Verwirrung im Publikum zu scheren und etwas unauffälliges, zugleich auffälliges am Aussehen zu verändern . Da das Publikum - oder die Menschen um mich herum und mich mit eingenommen, verwirrt waren, hoffe ich doch, dass es sich für euch gelohnt hat. 


Und obwohl Modern Talking und Wham! gecovert wurde war dies nicht das Highlight des Abends. (Ob ihr es glaubt oder nicht.) Das Highlight war definitiv nicht unser schiefer Gesang oder der harmonische Dreiklang von Juri, sondern als Juri Rother alleine auf der Bühne stand, ziemlich nervös und ein Schlaflied sang für den einzigen Zuhörer im Raum, der noch kein Wort verstand. Wie abgesprochen, wie auf Stichwort fügte der wohl jüngste Zuhörer im Raum immer wieder individuelle Laute zum Lied hinzu und machte somit den Moment als einen der Einzigartigsten von allen Weinachtsshows, wenn nicht sogar generell allen Konzerten. 
Und weil sich im Publikum ein Kind und sonst nur Erwachsene befanden, wurde kurzerhand auch noch ein Lied aus "Das Dschungelbuch" gespielt. Für dieses Lied tauschten Mathis und Pierre ganz schnell die Plätze, und probierten sich an den Instrumenten des anderen aus. Zudem war dieses Lied extrem wichtig für Pierre, da er für seinen Einsatz sehr lange und extra intensiv geübt hatte -> Was sich auch bemerkbar machte. Und nachdem sich die Band verbeugte, und der Applaus nicht aufhören wollte, wurden einfach noch 3 weitere Lieder gespielt.

PS: Die Bilder wurden mir netterweise von Konzertsucht gespendet. 

PPS: Falls jemand nicht bemerkt haben sollte, wie sich ab und wann etwas Ironie in meinen Beitrag hineingeschlichen hat, es hat sich ab und wann etwas Ironie in meinen Beitrag hineingeschlichen!
Ich liebe Weihnachten! ! ! 

Montag, 5. Dezember 2016

antike Lampenschirme und bunte Musik

Lieber Freund, 
ich weiß nicht, ob du schon mal auf einem Konzert warst, von lokalen Kölner Bands, mit strahlenden Lichtern, alten, fast antiken Lampenschirmen an den Fenstern, in einem umfunktionierten Bunker umgeben von nebelbedeckten Straßen, mit Freunden, Fremden, Schildern und viel Bier? Und Musik, die deinen Brustkorb erfüllt und alles etwas intensiver werden lässt, und dich den Abend nochmal erleben lassen hofft? 
Am Samstagabend war ich im Kulturbunker in Köln Mülheim, denn dort feierte "Björn Bergener" seine EP-Release-Party, sah mir drei bemerkenswerte Bands an, schleppte eine Freundin mit, die diese noch nie vorher gesehen hatte und habe die wohl schönsten Lampenschirme gesehen. 


Und Vicki, welche noch nie etwas von den Bands vorher gehört hatte, welche nur mitgekommen war, weil ich so begeistert von den Bands im Voraus geredet habe, war beeindruckt von der Ehrlichkeit der Texte, der poetischen Ader, der Freude mit der die Musiker auf der Bühne standen. Mitsingend, leicht mit wippend im leereren und dennoch zugleich gefüllten Publikum, nachdem wir lange auf unser Bier warten mussten, da anscheinend nur eine Bedienung da war. "Und wieder Oktober" eröffnete den Abend und das letzte mal hatte ich die Band im Oktober bei ihrem Release-Konzert gesehen. Die normalerweise sehr facettenreichen Songs in Akustik zu hören, die normalerweise größere Band zu dritt zu sehen, war der perfekte Einstieg in den Abend. "Und wieder Oktober" hatte eine Art miteinander zu harmonieren, sei es mit 6, 7 oder 3 Mitgliedern auf der Bühne, wie es nur wenige Bands wussten. In dieser Akustikformation, auf der kleinen Bühne an die rechte Seite gerückt, eröffneten (halb) "Und wieder Oktober" den Abend, mit einer Geige bewaffnet, einem Keyboard, einer Akustikgitarre und zwischenzeitlich einer Trommel. Gerade diese Akustikversionen der Lieder, welche sonst mit verschiedenen Instrumenten gespielt werden, sollte man in Ruhe, aufmerksam in sich aufnehmen. Vicki und ich und ein paar andere aus den ersten Reihen taten dies auch. Doch leider merkte man, dass die Mehrheit der Menschen im Publikum nicht typische Konzertgänger waren. Eher Freunde, Familie, mitgeschleppte Wesen wie Vicki, welche hauptsächlich wegen des letzten Musikers da waren. Ich nehme mal an, das war der Grund, weswegen konstant gegen einen Lärmpegel gespielt werden musste, welcher so laut war, dass man zwischenzeitlich in der 1. Reihe Probleme hatte, alles wirklich zu verstehen. Neben "Und wieder Oktober" hatte "Björn Bergener" als offiziellen Support für seine EP-Release-Party auch "Juri" dabei.
"Juri" ist eine kleine Berühmtheit in Köln, könnte man meinen. Versuchen den Auftritt zu beschreiben wäre anfangs leicht. Man würde Worte benutzen wie lebensfroh, authentisch, gute Laune-Musik. Zu dritt, mit einem Gitarristen und Bassisten in einem, wahren, klaren Worte und einer lebhaften, elektrisierenden Art auf der Bühne, brachte uns "Juri" zum tanzen. Naja, vermutlich die vorderen Reihen, denn von hinten kam noch immer nerviges, konstantes Gerede.
Leider half es sehr wenig, dass Juri von "Juri" zweimal um mehr Ruhe bat, da viele Menschen um hinteren Teil des Raums immer weiter redeten. Zum Schluss spielten sie noch ihr wohl bekanntes Lied und endeten alles mit einem individuellen Klatschrythmus. Ich glaube, das hätte dir Spaß gemacht, denn genau wie ich liebst du Lieder die einen zum tanzen bringen, dessen Texte man mitsingen kann, welche jedoch immer noch etwas individuelles haben.
Bevor der "Hauptact" an diesem Abend auftrat, und nach einer langen Umbaupause, setzte sich ein Mädchen auf die Bühne, in weißen Mantel und mit einer Gitarre bewaffnet und wartete bis die Technik soweit war, um loszulegen. Als Björns kleine Schwester ist sie uns vorgestellt worden, und als letzter Voract sang sie "Stay" von Rihanna. Neben der Tatsache, dass das Publikum größtenteils endlich ruhig war und respektvoll zuhörte, wirkte dieser kleine, letzte Auftritt vor "Björn Bergener" beruhigend nach den aufbrausenden Liedern von "Juri". Wir entspannten uns alle und lauschten der klaren Stimme.  
Und als wäre das Schicksal gegen ihn, tauchten aus jedem Eckchen technische Probleme auf, und nach dem diese gelöst wurden, tauchten neue auf, doch im Endeffekt stand auch "Björn Bergener" mit seiner Band auf der Bühne. Und das Publikum wurde voller, rückte nach vorne und so stellten wir uns etwas weiter nach hinten, wo man atmen konnte. Es war ein Mix aus "Wir haben so viel Energie, so viel Lebensfreude, so viel Spaß" und "dies ist unser Release-Konzert also spielen wir wild drauf los, unkontrolliert, begeistert, etwas unerfahren und enthusiastisch". Im Publikum neben ganz klaren Freunden, Plakaten hochhaltende Menschen, den anderen Musikern, lauschte man der Musik und spürte die Lebendigkeit des Auftritts bis in die hinteren Reihen.
Und als die letzten Akkorde erklangen, als der Applaus endete, begann auch schon wieder Musik aus den Boxen zu dröhnen, und als hätten alle drauf gewartet, fing das komplette Publikum an zu tanzen und die Aftershowparty begann. Und die Musiker traf man draußen am Merchtisch, und CDs wurden verkauft und Bilder wurden in der wohl coolsten Fotokabine der Welt gemacht. Und wie die Eintrittskarte, der Hintergrund der Fotos von der Fotokabine und die Musik an diesem Abend war der Abend bunt. Ich hatte sehr viel Spaß, Vicki hat es sehr gefallen Und es hätte dir sehr gefallen.

Greets from Melli. 


PS: Das unglaubliche Bild von diesen unglaublich coolen Lampen stammt von mir und meinem wundervollen Handy.
PPS: Wer das Buch "The perks of being a wallflower" nicht kennt, dieser Text ist ein bisschen inspiriert von den Briefen die Charlie dort seinem Freund schreibt
PPPS: Alle Bands müsst ihr euch echt mal anhören.


Montag, 28. November 2016

Ein bisschen Punk, ein bisschen Rock

"Laut". So würde meine Mutter die Musik der zwei Bands beschrieben, die ich am Donnerstagabend, dem 24.11.12, im Keller des Kulturcafés "Die Lichtung" sehen durfte.
"Ein bisschen Punk, ein bisschen Rock, ein bisschen was neues". So würde ich versuchen die Musik der beiden Bands zu beschreiben, wenn ich mich kurz halten sollte.
Als die erste Band, KARLSSON, begann und die ersten Akkorde zu hören waren und dann der Sänger anfing zu singen, fühlte man sich 10 Jahre zurück katapultiert in die schöne Zeit des early 2000 Punks, wo Bands wie Blink-182 und All time Low dominierten. Ein bisschen wie "Wir wollen laut sein und unsere Musik in der Welt verbreiten" fühlte sich die aus Köln stammende, sich selbst beschreibende Indiepoppunkband an. Ein kleiner Halbkreis bildete sich im Publikum um die Bühne, und dies nutze der Sänger der Band aus und hüpfte kurzerhand 
mit Mikro und Gitarre ins Publikum. Mit Liedern über Probleme die das überwiegend Turnbeuteltragende, bunthaarige Publikum aus eigener Hand kannte, mit durch Haut und Blut gehende Sounds fing KARLSSON den Abend an. Über Uniprobleme singend, sich zwischen jedem Lied bedankend - sei es dem Publikum fürs mitklatschen, sei es den New Inheritors für die Einladung - sehr sympatisch kam die Band rüber.
KARLSSON
Als die New Inheritors anfingen schloss sich der kleine Halbkreis vor der Bühne endlich und es schien als wäre das Publikum mehr geworden. Die im Gegensatz zur ersten Band englischsprachigen Texte, die in rot-oranges Licht getauchte Bühne, die leicht hin und her wippenden Menschen und später wild tanzenden erinnerte alles etwas an das "Smells like teen spirit"-Video von Nirvana. Dabei erinnerten die Jungs von ihrem Sound auch eher an "Kings of Leon", und etwas Individuelles, was vor allem in ihrer Zugabe heraus zu hören war. Die anscheinend erst seit einem Jahr wieder zusammen auf der Bühne stehende Band, mit vor einer Woche umgeschriebenen Texten, einem verletzten Bein, und durchdachten Ansagen zwischen den Liedern überzeugte New Inheritors an diesem Abend. Denn ein Konzertabend ist nicht perfekt mit einer Band, welche sich im Bereich Rock bewegt.
 Nachdem der Applaus im Publikum nach dem letzten Lied von New Inheritors nicht abklang, und der Chef hinter der Theke Zustimmung signalisierte, wurde eine Zugabe gespielt. Neben dem neu aufgebautem Megaphone auf der Bühne unterschied sich dieses Lied vor allem wegen dem einzigartigem Intro. Die Fans, ob Freunde oder Musikliebhaber, waren vielzählig und bald wurde fast jeder nach vorne gezogen um zu tanzen.
Wie bei einem größeren Konzert fand man auf dem kleinen Merchandisetisch, der rechts vom Eingang aufgebaut war, Turn- & Jutebeutel beider Bands vor, Sticker, CDs , vieles mehr und Kassetten!! Was außergewöhnlicheres und cooleres habe ich selten auf einem Merchtisch gesehen! KARLSSON hatte einfach neben ihren CDs auch Kassetten angeboten. Und obwohl ich (leider) keinen Kassettenspieler mehr besitze, war ich kurz davor mir eine zu kaufen.
Der Abend, aufgewärmt im vollen, warmen Keller der Lichtung, immernoch in Gedanken mitsingend, noch vollkommen überwältigt von diesen Gitarrendominierenden Konzerten, hat sich für die schlappen 5,- Eintritt auf jeden Fall gelohnt. 


PS: Das ultracoole Foto wurde von mir und meinem supercoolen Handy geschossen.

PPS: Die gemütlichen Sofas sind echt gefährlich. Wenn man sich einmal setzt, kommt man nicht mehr hoch.

Samstag, 22. Oktober 2016

Inmitten von undefinierbaren Bands : Cardinals Session Festival III

Ist es möglich, einen Beitrag komplett ohne Bilder zu gestalten?

Selbstverständlich kann man sagen "Die war einfach zu dumm, um richtig gute Bilder hinzubekommen." Unrecht habt ihr nicht. Mit den anderen Fotografen und meiner Anfängerkamera mitzuhalten, Notizen zu machen, die Musik zu genießen - all das ist als unprofessionelle Bloggerin schon schwer. Klar könnte ich hier schlecht fotografierte Bilder einfügen. Oder ich könnte mein Bestes geben, euch die Geschehnisse so detailreich wie möglich zu erzählen, sodass ihr eurer Fantasie freien Lauf lassen könnt! Wer braucht schlechte Bilder, die nicht mal ansatzweise an die Schönheit der an der Wand tanzenden Lichter heran kommen könnten, oder an das Gefühl an fremde Menschen gedrückt zu sein, und mit ihnen zusammen im gleichen Takt nach rechts und nach links zu wiegen.

Am 21.10.2016 war ich zum zweiten Mal in diesem Jahr auf dem Cardinal Sessions Festival im Gebäude 9 zu Gast. Im Mai besuchte ich schon dieses einzigartige Festival und schrieb eine Kleinigkeit darüber. Das Cardinal Sessions Festival ist ein Abend, an dem musikalische Diversität aufeinandertrifft.

"Ätna" eröffnete das Cardinal Sessions Festival III im Gebäude 9. Das Duo, bestehend aus Inéz & Demian Kappenstein, nahm Platz auf der kleinen Bühne im Vorraum des Gebäude 9. Mehr und mehr Leute strömten nacheinander in den kleinen Raum und bald schon setzten sich die ersten Reihen hin, damit jeder den Anblick der beiden, vollkommen in ihrer Musik verlorenen, multi-tasking-fähigen Musiker genießen konnte. Ätna überzeugt durch Außergewöhnlichkeit und Idividualität, und wenn man die Augen schließt, würde man meinen auf der Bühne befinden sich 1000 Musiker, doch es waren nur zwei. Etwas vergleichbares hört man kaum. 
Mit sympatischen, kleinen Ansprachen zwischen den Liedern bereiteten uns die beiden auf die folgenden Lieder vor. Wenn Leute einem nicht mit Liebe begegnen, sollte man genau das tun, und sie mit Liebe überschütten. Mit diesen Worten leitete Inéz das für Sabrina gewidmete Lied ein. Ein Ballade-ähnliches trauriges Liebeslied ist ja schon unausgesprochene Pflicht und auch da enttäuschte Ätna nicht. Während des Singen verschwand der Blick der Sängerin irgendwo im Publikum und unpassend wurden wir zum Aufstehen aufgefordert. Gerade bei einem langsamen, herzzerreißend schönem Lied, welches jedes Herz Liebeskummer spüren ließ - unabhängig davon, ob man schon mal verliebt war. So versperrten wir nun den hinteren Reihen sie Sicht Zwischenzeitlich kamen einzelne technische Probleme auf und wegen Vergessen eines Kabels konnte ein Lied anscheinend nicht wie geplant gespielt werden, aber Ätna war die perfekte Entscheidung zum Einstieg in die Cardinal Sessions. Flinke Finger, die von rechts nach links wanderten, eine emotionale Stimme und Harmonie zwischen dem Duo machte den Auftritt sehr angenehm. Und so überzeugend, dass ich nach dem Auftritt direkt raus zum Merchstand lief, und mir die EP kaufte. 
Ein paar Unterschiede zum letzten Mal. Als ich im Mai das Cardinals Session Festival II besuchte, wurden keine Waffeln verkauft. Diesmal schon. Dies ist definitiv eine sehr gute Steigerung. Der "
Bunte-Burger"-Foodtruck war wieder anwesend und auf der Speisekarte standen diesmal normale Pommes, anstatt Süßkartoffelpommes, wieder ein Burger konnte gekauft werden und zusätzlich noch einen Hot-Dog mit Röstzwiebeln.

Weiter ging es mit "Flyying Colours", extra angereist aus Australien. Dafür begaben wir uns in die größere Konzerthalle hinter der Bar.  Nach den etwas ruhigeren Sounds von "Ätna" war "Flyying Colours" ein perfekter Kontrast! Die vier Mitglieder wussten, wie sie aufeinander aufbauen konnten und die E-Gitarre hörte man schon beim Soundcheck. Eine E-Gitarre kann nie laut genug sein. Möglicherweise lag es an den fließenden Übergängen der Lieder, an den mitreißenden, lauten Klängen, daran dass wir etwas zu spät in den Saal kamen, da wir uns was zu essen geholt hatten, jedoch fühlte es sich an, als hätten sie zu kurz gespielt. Als ihnen dann gesagt wurde, dass sie nur noch 2 Minuten spielen durften, wurde noch einmal alles gegeben, und falls jemand komplett zu spät kam, war es auch möglich, in diesen 2 Minuten von der Band mitgerissen zu werden. 
Nachdem unsere Ohren noch etwas klingelten, quetschten wir uns wieder mit viel zu vielen Menschen in den kleinen Vorraum, um einen einzigen Mann auf der leer geräumten Bühne zu sehen. "Fai Baba", wessen Stimme ungewöhnlich unpassend zu seinem äußeren Erscheinungsbild passte. Mit nur einem Instrument, und doch den Klang von so vielen und seiner beruhigenden Stimme kämpfte der gebürtige Züricher gegen den konstanten Lärmpegel an. Fast schon respektlos und dreist wurde nicht aufgehört zu reden. In dem kleinen Raum schallte es leider von jeder Seite, zudem standen viel zu viele Menschen drin. Da hört es sich schon mal lauter an, als es eigentlich ist. Trotz alledem auch Fai Baba war eine gute Wahl an diesem Abend, vor allem nach dem vollkommen anderen Sound von "Flyying Colours". Es hatte alles eine etwas nostalgische Wohnzimmerkonzertstimmung. Mit nur einem Instrument schaffte er es so viel Melodie zu erzeugen. Wahrhaftig talentiert.
Wieder in die größere Halle hieß es nun für uns. 
"Phoria", hieß der nächste Akt. Eine komplett dunkle Bühnen begrüßte uns, als nach dem Aufbau die nächste Band anfing. Nur der "cardinal sessions" Schriftzug war hell erleuchtet. Das tollste, was einem bei einem Konzert passieren konnte, ist dass die Musiker komplett verloren in ihren Liedern sind. Und das waren die Mitglieder von "Phoria" ihren kompletten Auftritt über. Und wie verrückt und in voller Ekstase drückten sie irgendwelche Knöpfe. Selten sah ich an einem Abend so viele Technologie-dominierende Bands. Ob dies nun Absicht war oder nicht, jede einzelne Band und das Gesamtpaket des Cardinal Session Festivals III bleibt auf jeden Fall stark im Gedächtnis. Zudem liebe ich es, wenn die Lichtershow auf der Bühne zu der Musik perfekt passt. Und nach und nach erstrahlte die Bühne in blau, orange und grün. Die einzelnen Lieder mit einem Wort zu beschreiben ist ziemlich schwer, aber wenn ich mir eins aussuchen müsste, wäre es episch. Vor einem Song stimmten zwei Mitglieder der Band  harmonisch singend den folgenden Song an und der Blick des Sängers erfüllte sich mit Emotionen, welche ihn erst einmal einatmen ließen. Fast direkt vor der Bühne zu stehen, die teilweise geschlossenen , teilweise auf die Musiker fixierten Augen des Publikums, all das erweckte den Eindruck, als stünden wir einem Kampf hervor und "Phoria" gaben uns Kraft und Mut. 

Von Lichterketten und auseinander fallenden, von Stickern zusammen gehaltenen, Wänden umzingelt standen wir wieder aneinandergepresst, vor der kleinen Bühne in dem Vorraum im Gebäude 9, um den nächsten Künstler zu sehen. "Pomme", also Apfel nennt sich die Französin. Und gestern merkte ich, dass Perfektion an einem Konzertabend ist, eine Französin gekleidet im Stil der 70ger Jahre mit ihrer Akustikgitarre bewaffnet und gesegnet mit einer himmlisch weichen Stimme, dabei zu haben. Nicht nur wollten wir alle französisch können, um ihre Singer/Songwriter Musik vom Feinsten zu verstehen, sondern überzeugte sie auch durch ihre sympatische, etwas tollpatschige Art. 


Wieder zurück in die größere Halle ging es für uns, um "Faber", den einzig deutsch-singenden Künstler an diesem Abend zu sehen. Anfangs spielten sie eine etwas ruhigere Melodie, doch auf ein Zeichen wurde es plötzlich, überraschenderweise lauter. "So laut wie es mit Akustikinstrumenten geht", beschreiben sie sich selbst, und bessere Worte hätte ich nicht finden können. Mit nur 3 Personen auf der Bühne und 4 Instrumenten schafften sie etwas, was kein anderer Künstler an diesem Abend schaffte - den kompletten Saal zum tanzen zu bringen. Die mitreißenden, rhythmischen Lieder gepaart mit der einzigartigen Stimme vom Sänger brachte die Atmosphäre im Publikum zum Höhepunkt. Ob es nur an der fühlbaren Euphorie der Band auf der Bühne lag, oder dass neben, vor und hinter mir jedes einzelne Lied mitgesungen wurde und somit ein konstanter Hintergrundgesang entstand, ich bereute es schon wieder an diesem Abend, nichts von den Künstlern vorher gehört zu haben. 

Andere Hintergrundgeräusche begleiteten den ganz in schwarz gekleideten Schweizer mit den gepunkteten Socken, als er alleine auf der Bühne ein langsames Lied spielte - und zwar dauerhaftes Geplapper. Selbstverständlich ist es normal, dass die Geräuschkulisse nicht immer perfekt ist auf Konzerten und sich viele unterhalten. Schade, dass keiner die Möglichkeit gesehen hatte, in den Vorraum zu gehen und sich dort in aller Ruhe zu unterhalten. Ehrlich, Schade. Mit "Pomme" hatten wir eine kleine Art "Kulturbruch", mit ihren französischen Texten und "Faber" überzeugte zudem auch noch in italienisch und spanisch. Wir fragten uns alle worum es in diesen Liedern geht, auch wenn man kleine Worte wie "corazon" heraushörte. Ganz besonders fragten wir uns, wovon das italienische Lied handelte. Ab und zu hörte man bekannte Worte heraus wie "della amore", aber der Grund weswegen wir uns diese Frage stellten, war die kleine Performance, die uns geboten wurde. Detailreich werde ich euch gar nicht erklären, was genau passiert ist, bloß dass sich Sänger und Gitarrist sehr nah gekommen sind. Nachdem der Applaus nach seinem letzten Lied nicht enden wollte, kam "Faber" wieder auf die Bühne und beendete seinen Auftritt mit den Worten "Wählt nicht die AFD" und dem Lied "Wer nicht schwimmen kann, der taucht."
Zum Schluss nahmen "Leoniden" die Bühne ein. Eine Jägermeisterflasche während des Auftritts rumreichend, auf der Bühne rumspringend, laut und ins Publikum tanzend, brachten "Leoniden" das Cardinal Sessions Festival III zu einem perfekten Ende. Zwischen den Liedern beinhalteten die Ansprachen gefühlte 100 "Dankeschön"s, an die Cardinal Sessions, an das Publikum, an die anwesenden Kölner-Schlafplatz-Anbieter.Mit sehr vielen Micdrops, einen zum Tanzen bringenden Rhythmus, energievollen und kontrollierten Umgang mit den Instrumenten und Sounds, welche mein kleines Punkherz schneller schlagen ließ, nahmen sie das Publikum komplett in ihre Musik ein. Wenn sogar der Fotograf die Kamera sinken lässt und mittanzt, weiß man, man hat was richtig gemacht. Genau aus diesem Grund bin ich auch nicht dazu gekommen, viele Notizen zu machen. Leider war es an diesem Abend nicht möglich, die EP zu kaufen, aus der sie sehr viele Lieder gespielt hatten, jedoch kommt im 2017 eine CD raus! Also ein Grund zur Vorfreude!

Das Besondere war, dass auf Nachfrage hin, sich viele Bands nie wirklich einem Genre zuordnen konnten oder wollten. Denn ist es, vor allem heutzutage, nicht eher was vorteilhafteres sich als Musiker immer neu erfinden zu können, seine Fans mit einer einzigartigen Mischung von Genren auf dem Album überraschen zu können, neues ausprobieren können? Ich war positiv überrascht von den Antworten der verschiedenen Bands, denn obwohl alle eigen, individuell und anders waren, hatten sie alle doch etwas gemeinsam. Alle überraschten mich positiv. Es war teils Schicksal, teils meine Unwissenheit, dass ich keine der Musiker kannte und so dachte ich mir, höre ich mir sie vorher nicht an. Sondern ließ ich mich vollkommen vom ersten Eindruck überzeugen. 

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Und alle tranken Grevensteiner

Was ist typisch belgisch?

Waffeln, Fritten, Schokolade und Bier sagt der typische Kölner Student. Nungut, von den verschiedenen Essensmöglichkeiten haben wir nicht viel gesehen. Dafür aber umso mehr belgisches Bier als wir am Samstag, den 14.10.16 im belgischen Viertel unterwegs waren. Dort fand "Le Tour Belgique" statt. Unter der "Le Tour Belgique" kann man sich ein Ereignis vorstellen, wo kunterbunte, individuelle, verschiedene Ausstellungen, Konzerte, Aufführungen auf nicht so unüblichen Bühnen stattfinden.

Das belgische Viertel erstreckt sich über die Aachener Straße weiter über den Hohenzollernring, über die Erftstraße und die Venloer Straße. Der Mittelpunkt ist geografisch zwar nicht der Brüsseler Platz, jedoch kann man ihn schon als Herz des belgischen Viertels sehen. Meine Reise in die belgische Atmosphäre begann im Hochhaus, normalerweise ein Büro, am Samstag doch Ausstellungsort von "one love cologne". Auch wenn die individuellen Tshirts jedes Kölner-Herz höher schlagen lassen, besuchte ich diesen Ort wegen eines anderen Grunds. Lucie Licht, die Wahklkölnerin mit dem Lockenkopf und der unglaublichen Stimme! Zusammen mit Nicolai Brandenburger und Jonas Moers positionierte sich die Musikerin inmitten des Büros und ein kleiner Halbmond formte sich um sie. 


Wer Lucie Licht schon einmal live erlebt hat weiß, dass ihre Lieder rockig sind, laut und einfach direkt im Kopf bleiben. Diese Lieder nun akustisch mit nur zwei Gitarren begleitet zu hören ließen sie normalerweise zum Tanzen anregenden Lieder einen im Takt wiegen, und klangen schon fast "schnulzig". Sympatische Ansprachen zwischen den Songs, kombiniert mit der Debütsingle "Alles läuft", das Klatschen im Takt, und das zusammen gewürfelte sorgten für ein einzigartiges Konzertgefühl. Manche Künster brauchen einfach keine Bühne. Nicht nur Lucie Licht sah ich an diesem Tag im belgischen Viertel auftreten, sondern auch Björnson Bear und T.S. Steel. 
Vollgepackt im Magazine 2 stand T.S. Steel in einer Ecke umzingelt von so vielen Menschen, dass ab und zu nur Umrisse des Huts erkennbar waren. Leider haben wir während eines Bieres die Zeit vergessen und kamen so etwas zu spät zum Ort des Geschehens.

Auf die Zehenspitzen gestellt konnten wir dann doch was erkennen, aber nicht dass der Blick auf den Künstler bei jemandem wie T.S. Steel wichtig wäre, da seine außergewöhnliche Stimme vollkommen ausreicht.

Dank dem permanenten Geflüster hinter uns hörten wir dann doch nicht so viel und so verließen wir das Magazine 2 schon nach ein paar Minuten, um wenigstens bei dem nächsten anstehenden Künstler weiter vorne zu stehen. Also liefen wir zurück zum Brüsseler und ins Magazine Populaire, welches noch keine Anzeichen des folgenden Konzerts zeigte. Besucher liefen rum, schauten sich überteuerte Kleidungsstücke an, welche ausgelegt auf Tischen neben Kastanien lagen. Selbstverständlich hat das belgische Viertel einen bestimmten Charme, so wie viele Kölner Viertel. Jedoch kann man nicht gegen argumentieren, dass in den letzten Jahren die Leichtigkeit, die Kreativität und Individualität des Belgischen Viertels für hauptsächlich kommerzielle Zwecke Platz gemacht hat.

Björnson Bear traten um 19.30 im Magazine Populaire auf, und hatten mit Abstand den besten Soundcheck den ich je miterleben durfte. Einfach drauf los, aber trotzdem harmonisch und kontrolliert spielten die 4 Jungs und irgendwelche Worte wurden passend zum Soundcheck gesungen.  Die außergewöhnliche Stimme und die dominierenden Melodien lockten Menschen vom Brüsseler Platz in den kleinen Laden und immer 
mehr Menschen kamen in den Laden. Bald standen wir schon nah aneinander gepresst und wippten anfangs, später tanzten wir alle mit. Was anderes bleibt bei der Musik und vor allem dem lebhaften Auftritt von Björnson Bear gar nicht anders übrig. Wir sangen mit, ein Hut für Spenden wurde rumgereicht, Hitze staute sich, die Tür wurde immer wieder geschlossen, was wir alle hinterfragten. Viele verschiedene Genren findet man in der Musik von Björnson Bear, sie beschreiben sich als "Handgemacht, Pur, Authentisch und Echt". Aber alle Lieder haben eine Gemeinsamkeit, unabhängig vom Genrenmix - Ohrwürmer, gespielt mit Lebensfreude, Intensität und Talent. Ich überhörte wie neben mir erwähnt wurde, dass die Songs perfekt für den Soundtrack eines Quentin Tarantino Films wären und gleich darauf konnte ich den Gedanken nicht mehr ablegen, denn sie hatten so Recht! Und weil das Publikum begeistert war, die Stimmung auf dem Höhepunkt, die Band nicht mehr aufhören wollte, wurden Zugaben gespielt! Als die Band dann schließlich doch aufhörte, teilte sich das Publikum in die mit Geld gezückten die sich zur Band vordrängten und die, die Luft suchend nach draußen hechteten. 
Danach blieb einem noch die Möglichkeit sich ein Bier zu holen und sich einfach am Brüsseler Platz auf eine der Bänke zu setzen, oder in eine der unzähligen Bars zu gehen, wenn man natürlich noch einen Platz gefunden hat und den Abend ausklingen zu lassen. Oder erst richtig zu beginnen! Und wenn ihr anderweitig beschäftigt wart, öffnen die Inhaber nächstes Jahr wieder ihre Türen für Künstler und Besucher. 

Greets from Melli

PS: Die Bilder sind teilweise von meinem Handy und teilweise von Konzertsucht!

Montag, 10. Oktober 2016

"Verdammt, die Welt ist bunt!"

Hinter der S-Bahn Station "Bahnhof Ehrenfeld" trafen sich am 08.10.2016 die verschiedensten Menschen am "YUCA", um das Release-Konzert des 2. Albums von "Und wieder Oktober" zu feiern. Das durch Crowdfunding finanzierte Projekt dauerte knapp 2 Jahre und wurde zusammen im großen Stil mit "Meine Zeit" und "Samuel Breuer" präsentiert. Schon in der Schlange konnte man erkennen, dass jeder irgendwie jeden kannte, obwohl das Publikum nicht unterschiedlicher hätte sein können. Aber macht das ein Ereignis nicht besonderer? Nachdem unsere Namen am Einlass abgestrichen wurden und unsere Handgelenke einen Stempel bekamen rannten wir schon fast den kleinen Weg ins YUCA, da die erste Supportband, "Meine Zeit" schon spielte! Wünschenswert wäre gewesen, dass, obwohl Einlass eine halbe Stunde vor Beginn der Show war, alles etwas zu beschleunigen, da wir somit leider den Anfang verpassten. Ihre Aufgabe als Vorband erfüllte die deutsche Rock-Pop-Band mit Bravour. Wir alle wünschten Frontmann Daniel Gilberg gute Besserung der Dank dem angekommenem Herbst gesundheitlich nicht vollkommen intakt war. Neben dem Gitarristen und Sänger fand man noch Sebastian Kuck an den Keys, Tilo Hellmann am Schlagzeug und Moritz Hippich am Bass vor. Sich selbst bezeichneten sie als "hübsche und mit schönen Stimmen gesegneten Männern", hinzufügend mit dem Talent am frühen
Abend das Publikum zum mitmachen zu bewegen und in Stimmung für die Folgeband zu bringen. Zum Abschluss spielten "Meine Zeit" ihr bekanntestes Lied"Aquamarin", welches auf Youtube schon über 30.000 Klicks hat. Passend dazu erstrahlte die Bühne in den verschiedensten Blautönen und jeder fühlte sich etwas wie das Mädchen aus dem Lied.
An dieser Stelle das größte Kompliment an den Lichttechniker, denn wenn das Licht stimmt, intensiviert sich der Auftritt und bei jeder einzelnden Band und bei jedem einzelnen Lied stimmte das Licht. 
Als nächstes nahm "Samuel Breuer" und Band die Bühne ein. Nach dem rockigen Sound von "Meine Zeit" erwartete man eine etwas ruhigere Stimmung mit dem Singer/Songwriter aus Bonn, jedoch mit Sven Hildebrand am Schlagzeug, Thomas Raatz an der E-Gitarre und Pierre Pihl als Gast am Bass, brachten sie auch den letzten an der Bar lehnenden, am Bierchen nuckelnden Menschen zum tanzen. Wie von der  Band gewohnt, wurde am Anfang wieder eine CD verschenkt, #LiebeindieWelt Sticker verteilt und ein Handy rumgereicht, um sich für den Email-Verteiler einzutragen.
Mit dem aus der Ep bekannten Lied "Aachener Weiher" startete der zweite Support an diesem Abend. Die Mitmachparts der zwei Mitmachlieder "Doppelhundeleben" und "Jedes Jahr" lernte das Publikum ganz schnell, und mit den zusätzlichen Stimmen aus dem Publikum entstand eine persönliche Bindung zwischen Band und Publikum.

Und wieso genau ist es eine Besonderheit Streichinstrumente in einer Band zu haben? "Und wieder Oktober" haben's richtig gemacht und haben sogar zwei Streichinstrumente , Leona Püschel am Chello und Rike Müller an der Geige, zwischenzeitlich tauschte sie dies gegen ein Bass ein. Nicht allein bringen diese Instrumente einzeln schon außergewöhnlich schöne und intensive Klänge

hervor, doch in Kombination mit Sarah Kulawik am Klavier und Gesang, Marc Frensch als Frontmann am Gesang, an der Gitarre und am Piano, Simon Greif am Schlagzeug und Percussion, und Louis Post am Bass entstand eine unglaubliche Bühnenpräsenz. "Und wieder Oktober" beschreiben sich selbst als teilweise melancholischen, teilweise lebensfrohen Herbstsound, und passend zum Release-Konzert war der Abend der perfekte Herbstabend. 
Als "Und wieder Oktober" dann endlich anfingen, füllte sich das Publikum noch mal um einiges und aus dem Nichts erschienen eine handvoll Fotografen, welche aber schon nach ein paar Minuten wieder verschwanden. Schade für sie, denn so verpassten sie die grandiose Show von "Und wieder Oktober". Während das Publikum geduldig und auch wieder nicht auf die letzte Band an diesem Abend wartete, verdunkelte sich die Bühne erst einmal. Und in der Stille die darauf folgte konnte man nichts anderes tun, als die Augen zu schließen und die Klänge der einzelnen Instrumente regelrecht zu fühlen, welche nach und nach anfingen zu spielen. Wenn man die Augen öffnete, konnte man sehen, dass der Rest der Bühne noch komplett schwarz war und nach und nach die jeweiligen Musiker an ihren Instrumenten angestrahlt wurden als diese anfingen zu  spielen. Es hatte was wahrhaftig magisches; "Und wieder Oktober" wissen auf jeden Fall, wie man ein Konzertintro gestaltet. Besonders machte dieses Konzert viele Dinge; dass gefühlt das komplette Publikum mittanzte und mitsang, dass Plakate hochgehalten wurden, dass Louis Post einmal durch komplette Publikum "stage gedived" ist, vor allem aber die kleine Akustik-Session. Zwischendurch legten die Mitglieder von "Und wieder Oktober" ihre Instrumente nieder und schnappten sich aus dem Backstagebereich Akustikinstrumente, während Marc Frensch die Geschichte erzählte, wie das folgende Lied zusammen mit einem Mann entstand, welcher einfach zu ihnen in die Jam Session gestoßen ist. Und so öffnete sich ein Kreis in der Mitte des Publikums und hörten den vergleichsweise leisen Klängen und Stimmen von "Und wieder Oktober". Natürlich wurden wir wieder dazu animiert mitzumachen und so sangen wir alle die Worte im Refrain, die der betrunkene Flaschensammler Olef geschrieben hatte.

Ein mikroskopisch kleiner Kritikpunkt wäre möglicherweise, dass zwischenzeitlich Probleme mit der Technik aufkamen und ein mystischer "Klick" fehlte. Da jedoch die Mehrheit des Publikums noch nicht mal wusste, was ein "Klick" ist, hätte man sich professionell unprofessionell einfach drauf los spielen können. Denn ob man sich dann mal verspielt oder nicht, sicher wäre gewesen, dass das Talent der Mitglieder von "Und wieder Oktober" das Fehlen des "Klicks" definitiv wieder ausgeglichen hätten. Der

Abend endete natürlich nicht ohne die Debütsingle aus dem gleichnamigen Album zu spielen und so beendete "Und wieder Oktober" ihr Release-Konzert mit "Könige der Stadt". Jeder der Köln auch nur ansatzweise als Heimatstadt schätzt wird sich schon beim ersten Reinhören in dieses Lied verlieben. Es hat die perfekte Mischung aus Zeilen, die zum Ohrwurm anregen, Momente, in denen die Streichinstrumente dominieren, Harmonie der Instrumente generell, Ausdrucksstärke
und Wiedererkennungswert.
Und als wäre Atmosphäre, die Stimmung im Publikum, die fühlbare Begeisterung der Musiker nicht genug, fiel im perfekten Moment silbernes Konfetti auf uns runter. 



Das Zitat "Verdammt die Welt ist bunt!" stammt aus dem Lied "Schwarz oder Weiß" aus dem ersten Album von "Und wieder Oktober". Auch wenn ein Zitat aus dem 2. Album passender wäre, da dies Release gefeiert hat, fand ich dieses Zitat sehr ausdrucksstark und hauptsächlich habe ich es aus persönlichem Interesse gewählt. Denn die Welt ist bunt. Und genauso wie die Welt in allen Farben des Regenbogens lebt, war das Release-

Konzert einfach nur bunt. Individuelle Bands, ob rockig, akustisch oder melancholisch. Individuelle Menschen im Publikum,  ob Freunde, Familie, jahrelang begleitende Fans oder Glückskinder, welche mitgeschleppt wurden. Es war einfach sehr bunt. 


PS: Wer den Abend nicht mit 5 neuen CDs verlassen hat, wie ich, hat was falsch gemacht.


PPS: Die unglaublichen Fotos sind natürlich wieder von Konzertsucht geschossen worden!

Sonntag, 25. September 2016

Über gemütliche Sofas in Clubs

Wenn man am Samstag Abend, dem 24.09.16, das Kulturcafe "Lichtung" in der Kölner Südstadt betrat, begrüßte einen, vor den gemütlich aufgestellten Sitzmöglichkeiten weiter hinten im Cafe, ein harmonisches Musiker-Trio. Wer so wie wir viel zu früh dran war, genoss auch hier die Musik bevor wir uns auf den Weg über die Treppe hinunter in den Club des Cafes begaben. Dieser ist ähnlich in der Atmosphäre der oberen Etage eingerichtet. Gemütliche Sofas standen an den Seiten, die es uns später am Abend viel zu schwer machten aufzustehen und mit den anderen mit zu tanzen. Ehrlich, solche gemütlichen Sofas sollten auf Konzerten verboten sein.

Der Abend startete mit Fibel, welche um 21.00 anfingen sachte und leicht mit ihren Instrumenten zu spielen und so das Publikum langsam zum Schweigen brachten. Zwar wagten es vereinzelte Menschen über den kompletten Auftritt hinweg weiterhin zu reden und sich zu unterhalten, aber die Mehrheit lauschte gespannt dem melancholischem Klang der authentischen, bewegenden Musik von Fibel. Im späteren Vergleich zu den anderen beiden Acts war es definitiv eine gute Entscheidung gewesen, den Abend mit Fibel zu starten. Von aufgeregten Unterhaltungen veränderte sich die Atmosphäre im Keller des Cafes schlagartig in erwartungsvolle Stille. 
Zusammen mit Tobias Fleck tourt Fibel momentan durch Deutschland und diesen duften wir als zweiten Act des Abends sehen. Nicht nur harmonierten die Musiker mit ihren gleichfarbigen Outfits, sondern dominierte auch  die Harmonie den Auftritt. Der Sound der Band unterschied sich sehr von Fibel, sehr viel mehr rockiger, und es animierte mehr Menschen zum tanzen. Was nicht heißen soll, dass sie leidenschaftlicher gespielt haben. Wir schafften es dann auch, uns von der Couch zu erheben, was definitiv eine gute Entscheidung war. Vor, hinter und neben uns standen die Menschen, die man nicht kannte, die alle eine Gemeinsamkeit teilten; Begeisterung für Musik und die Band auf der Bühne. Im späteren Verlauf des Auftritts fragten die Musiker nach kompletter Stille ( Ja, es wurden tatsächlich immer noch Unterhaltungen geführt ) für eine Akustiknummer. Dafür trat gefühlt das komplette Publikum einen Schritt nach vorne. Durch die leisen Klänge von der Akustikgitarre und das gedämmte Licht, durch die Nähe der anderen und der respektvollen Stille die folgte hatte dieser Teil des Konzerts eine ganz andere Atmosphäre als die restlichen Lieder.
Als Abschluss des Abends trat der Singer/Songwriter Samuel
Breuer auf, so wie ich hörte das 2. mal erst mit dem zusätzlichem Sound einer E-Gitarre. Eine Sache, welche den letzten Auftritt des Abends speziell machte, waren die vielen Mitmach-Lieder. Wegen diesen, steigerte sich die Euphorie im Publikum, bis jeder mitmachte. Bald schon wippte jeder mit, oder tanzte sogar. Als geplanten Abschluss hatte Samuel Breuer eigentlich einen neueren Song gewählt, welcher einen mit seiner Bedeutung irgendwo an sich selbst erinnerte. Doch das Publikum wollte es anders und verlangte nach einer Zugabe und da die Zeit knapp war, improvisierten die Musiker auf der Bühne einfach. Es wurden nach 4 zufälligen Worten gefragt und mit den Worten "Liebe", "Esel", "Hochhaus" und "Chinese" wurde spontan auf der Bühne ein Lied kreiert. Während andere Menschen Schwierigkeiten hätten sich diese Worte zu merken, improvisierte Samuel Breuer auf der Bühne einfach und zauberte ein Lied mit sinnvollem Text und sich reimenden Zeilen hervor. Neben all dem Talent steckte auch sehr viel Leidenschaft und Begeisterung in dem Auftritt. 
Das Schöne an so Konzerten ist, dass man Gleichgesinnte trifft. So war der Abend für uns nach Ende des Konzerts noch nicht fertig, wir schlossen neue Bekanntschaften mit Musikern oder anderen Musikbegeisterten wie uns.
Bilder von Konzertsucht 
Rückblickend war dieser Abend hauptsächlich ein Zusammentreffen an dem drei Freunde das ausleben konnten, was sie lieben; Musik machen. Das war nicht zu übersehen. Das ist auch eine der Gründe, weswegen gestern eines der besten Konzerte war, welches ich je besucht hab.




Greets from Melli.


[Die Bilder wurden von der talentierten Soni von Konzertsucht geschossen.]